Zuletzt aktualisiert im August 2026. Wir halten diesen Ratgeber auf dem Stand unseres Sortiments — die Technik hat sich seit der ersten Fassung deutlich weiterentwickelt.
Was ist die beste Siebträgermaschine?
„Was ist die beste Siebträgermaschine?“ oder „Welche Espressomaschine könnt ihr mir empfehlen?“ – diese Fragen hören wir täglich und auch gerne. Die richtige Antwort darauf kann aber nur lauten: Es ist immer die Kaffeemaschine, die zu dir passt.
Bei einem Besuch in unserem Showroom besprechen wir in Ruhe, was dir wichtig ist, und finden dann die für dich wirklich passende Espressomaschine. In dieser Serie geben wir dir einen Überblick über die Kriterien, nach denen du die beste Siebträgermaschine für dich findest:
- Teil 1 – Stromverbrauch: Ökonomie und Ökologie beim Kaffeezubereiten
- Teil 2 – Aufheizzeit: Wie lange will ich warten bis zum ersten Kaffee? (du bist hier)
- Teil 4 – Temperaturkontrolle (PID): Möchte ich Einfluss nehmen können?
Dieser Teil beschäftigt sich mit der Aufheizzeit – also damit, wie lange du nach dem Einschalten warten musst, bis du den ersten Espresso genießen kannst.
Warum ist die Aufheizzeit für die Wahl der besten Espressomaschine wichtig?
Drei Situationen, die du vielleicht kennst:
- Sonntagnachmittag, es klingelt, und deine besten Freunde stehen mit frischem Kuchen aus der Konditorei vor der Tür. Du freust dich und sagst: „Macht es euch schon mal bequem, ich schalte die Kaffeemaschine ein – dann können wir in 30 Minuten Kaffee trinken.“
- Samstagnachmittag, du bist mit dem Hund unterwegs. Es ist kälter als gedacht. Zu Hause freust du dich auf einen heißen Cappuccino – und ärgerst dich, dass du erst 20 Minuten warten musst.
- Mittwochvormittag im Homeoffice. Spontan wird eine Online-Besprechung einberufen, du möchtest vorher noch schnell einen Espresso – aber deine Maschine braucht eine gute halbe Stunde.
Wie ist es bei dir morgens nach dem Aufstehen? Würde dich das Warten stören – oder gehört es für dich zum Ritual und lässt sich einplanen? Die Antwort darauf grenzt das Feld schon deutlich ein.
Klassische E61-Zweikreiser: mehr als vier Kilogramm Metall
Viele Espressomaschinen für den Hausgebrauch sind Zweikreiser mit E61-Brühgruppe. Ein Kessel mit meist ein bis zwei Litern Inhalt wird auf 120 bis 130 Grad gebracht, um Dampf zu erzeugen. Beim Bezug fließt kaltes Wasser durch einen Wärmetauscher in diesem Kessel und wird dabei auf knapp unter 100 Grad erhitzt.
Damit sind die Zeitfresser benannt: Das Kesselwasser muss über 100 Grad erreichen und Druck aufbauen. Je kleiner der Kessel, desto schneller geht das – dafür steht dir beim Aufschäumen weniger Dampf zur Verfügung. Auch die Isolierung zählt: Ein nicht isolierter Kessel gibt viel Wärme direkt an die Umgebung ab.
Entscheidender ist aber die Brühgruppe selbst. Vier bis sechs Kilogramm Metall hängen außen an der Maschine und brauchen Zeit und Energie, um auf Temperatur zu kommen. Wer nicht wartet, brüht zu kalt – der Espresso entfaltet seine Aromen nicht und schmeckt entsprechend. Du hast dann nicht nur kalten Kaffee, sondern kalten Kaffee, der nicht schmeckt.
Klassische E61-Zweikreiser sind selten unter 25 Minuten wirklich startklar. Frühzeitiges Flüshen – also heißes Wasser durch die noch kalte Brühgruppe ziehen – beschleunigt das etwas, löst das Grundproblem aber nicht.
Beheizte Brühgruppe – der größte Sprung der letzten Jahre
Genau hier hat sich am meisten getan. Statt darauf zu warten, dass die Brühgruppe ihre Wärme aus dem Kessel zieht, wird sie inzwischen aktiv beheizt. Das verkürzt die Wartezeit drastisch, ohne dass du auf die E61-Charakteristik verzichten musst.
Bei ECM findest du diese Technik gleich in mehreren Modellen: in der Mechanika MAX II, die maximale Leistung auf kleinstem Platz unterbringt, in der Synchronika II OLED, die schon im Namen trägt, worum es geht, und in der Estetika.
Fast Heat Up bei ECM und Profitec
Der zweite Weg führt über die Steuerung: Beim Start wird mehr Energie in den Kessel gegeben, damit er schneller auf Betriebstemperatur kommt. Profitec und ECM bauen das unter dem Namen Fast Heat Up in ihre aktuellen Modelle ein.
- Profitec RIDE – Dualboiler mit PID-Steuerung und Fast Heat Up, auch als RIDE BLACK der Exclusive Line.
- Profitec DRIVE – Dualboiler mit Flow Control und Fast Heat Up, wenn du den Bezug selbst gestalten willst.
- ECM Classika PID mit Fast Heat Up – der Einkreiser für alle, die vor allem Espresso trinken.
- ECM Puristika – Einkreislauf-System mit Fast Heat Up im Spitzendesign.
- Die Profitec Pro 400 bringt einen Quick-Heat-up-Modus mit; Profitec gibt die Aufheizzeit mit rund 15 Minuten an.
Ringbrühgruppen
Maschinen mit Ringbrühgruppe erkennst du oft an der kastenförmigen Bauweise. Der Kessel ist klein und sitzt so nah an der Brühgruppe, dass er sie beim Aufheizen gleich mit erwärmt. Das Ergebnis sind Aufheizzeiten von wenigen Minuten. Aus unserem Sortiment gehört die Profitec Go in diese Kategorie – ein Einkreiser mit PID, den es in mehreren Farben gibt.
Thermoblock – die schnellste Bauart
Die kürzesten Aufheizzeiten erreichen Thermoblock-Maschinen. Statt einen großen Wasserkessel zu erhitzen, wird das Wasser im Durchlauf erwärmt – das spart Zeit und Energie. Zusätzlich sind die Brühgruppen bei diesen Maschinen meist aktiv beheizt.
- Ascaso Steel DUO PLUS V3 – Dual-Thermoblock mit PID und Profi-Features, der aktuelle Ascaso-Vertreter.
- Ascaso Steel Uno PID – Single Thermoblock, der kompakte Einstieg.
- WPM PRIMUS – Dual-Thermoblock-Hybridsystem mit Getriebepumpe und Pressure Profiling. Die Kombination aus schnellem Start und Druckprofilen gab es in dieser Preisklasse lange nicht.
- Loewe aura.pure – gleich drei Thermoblöcke, dazu die Mühle direkt integriert.
Digitale Steuerung: Wendougee
Neu hinzugekommen ist Wendougee – Maschinen, die den gesamten Bezug digital steuern und dabei zügig startklar sind. Die DATA-S richtet sich an alle, die jeden Parameter sehen und nachstellen wollen; die LITA bringt dasselbe Prinzip in kompakterer Form.
Und wenn es die klassische E61 sein soll?
Wer die Bedienung und Optik einer klassischen E61-Maschine liebt, muss deshalb nicht auf den schnellen Start verzichten. Eine Zeitschaltuhr oder eine smarte Steckdose schaltet die Maschine ein, bevor du aufstehst – manche Modelle bringen eine solche Funktion auch direkt mit. Aus unserem Sortiment passen dazu die ECM Mechanika Slim PID und die Bezzera DUO TOP MN.
Unsere Empfehlungen auf einen Blick
- In wenigen Minuten startklar: Ascaso Steel DUO PLUS V3, WPM PRIMUS, Loewe aura.pure, Profitec Go
- Schnell und trotzdem E61: ECM Mechanika MAX II, ECM Synchronika II OLED, ECM Estetika, Profitec RIDE, Profitec DRIVE
- Einkreiser mit Fast Heat Up: ECM Classika PID, ECM Puristika
- Digital gesteuert: Wendougee DATA-S, Wendougee LITA
Welche passt zu dir?
Aufheizzeit ist nur eines von mehreren Kriterien – und selten das einzige, das den Ausschlag gibt. Einen Überblick über alle Modelle findest du bei unseren Siebträgermaschinen. Und weil die Mühle mindestens genauso viel zum Ergebnis beiträgt, lohnt parallel ein Blick auf unsere Single-Dose-Mühlen.
Am schnellsten kommst du aber zum Ziel, wenn du die Maschinen einmal selbst bedienst. In unserem Showroom in Siegburg bei Köln stehen sie alle betriebsbereit – komm vorbei, dann finden wir gemeinsam heraus, welche Aufheizzeit du im Alltag wirklich brauchst.


