Eine der am häufigsten gewünschten Eigenschaften von Espressomaschinen ist die schnelle Aufheizzeit. Hier ist in den letzten Jahren viel Bewegung in den Markt gekommen – mit neuen Technologien und neuen Modellen. Wir stellen die aktuell wichtigsten Verfahren vor, mit denen die Aufheizzeit deines Siebträgers reduziert werden kann, und nennen die jeweils empfehlenswerten Maschinen.
Die Aufheizzeit einer klassischen E61-Siebträgermaschine beträgt zwischen 20 und 45 Minuten. Mit neuen Bauarten konnte eine deutliche Reduzierung erreicht werden. Dazu gehören:
- Technologie 1 – Der Thermoblock bei Ascaso, WPM und Loewe
- Technologie 2 – Thermisch stabile Brühgruppen
- Technologie 3 – Fast Heat Up bei ECM und Profitec
- Technologie 4 – Die aktiv beheizte Brühgruppe bei ECM
- Technologie 5 – Digitale Steuerung bei Wendougee
Technologie 1 – Der Thermoblock bei Ascaso, WPM und Loewe
Ein Thermoblock ist eine kompakte und effiziente Heiztechnologie für die schnelle und gezielte Erwärmung von Wasser. Seine Hauptfunktion besteht darin, Wasser bei Bedarf auf die ideale Brühtemperatur (90–96 °C) zu erhitzen.
Funktionsweise eines Thermoblocks
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Sofortiges Erhitzen
Der Thermoblock besteht aus einem Metallblock (meist Aluminium oder Edelstahl) mit eingebetteten Heizelementen. Innerhalb dieses Blocks verläuft ein schmaler Wasserdurchlaufkanal. Sobald die Maschine aktiviert wird, erwärmt sich der Block, und das durchfließende Wasser erreicht in Sekundenschnelle die gewünschte Temperatur. -
Effiziente Wärmeübertragung
Das Wasser wird durch einen engen Kanal geführt, wodurch es sehr schnell mit der heißen Metalloberfläche in Kontakt kommt. Das ermöglicht eine nahezu sofortige Betriebsbereitschaft (ca. 5 Minuten), im Gegensatz zu traditionellen Kessel-Systemen. -
Temperaturstabilität & Regelung
Ein Thermostat oder PID-Regler steuert die Heizleistung, um die Wassertemperatur konstant zu halten. Moderne Maschinen nutzen Sensoren, um Schwankungen zu minimieren. -
Dampferzeugung
Einige Maschinen mit Thermoblock haben separate Heizkreisläufe. Die Ascaso Steel DUO PLUS besitzt zwei Thermoblöcke – einen für Wasser und Espresso, den zweiten für Dampf. Die Loewe aura.pure besitzt sogar drei und kommt so auf eine Dampfpower, wie man sie von Boiler-Maschinen gewohnt ist.
Vorteile eines Thermoblocks
✔ Schnelle Aufheizzeit – bereits nach wenigen Minuten einsatzbereit
✔ Energieeffizient – erhitzt nur die benötigte Wassermenge
✔ Kompakte Bauweise – ideal für kleinere Maschinen
✔ Geringere Verkalkung – da weniger stehendes Wasser vorhanden ist
Unsere Empfehlungen für Thermoblockmaschinen
- Ascaso Steel DUO PLUS V3 – Dual-Thermoblock mit PID; weitere Modelle bei den Ascaso Siebträgermaschinen.
- WPM PRIMUS – Dual-Thermoblock-Hybridsystem mit Getriebepumpe und Pressure Profiling.
- Loewe aura.pure – drei Thermoblöcke, Mühle bereits integriert.
Technologie 2 – Thermisch stabile Brühgruppen
Der zweite Ansatz setzt nicht am Kessel an, sondern an der Brühgruppe selbst. Denn die ist bei klassischen E61-Maschinen der eigentliche Bremsklotz: vier bis sechs Kilogramm Metall, die erst durchwärmt sein wollen.
Am konsequentesten löst das die saturierte Brühgruppe: Hier ist der Espressokessel direkt mit der Brühgruppe verbunden, heißes Wasser zirkuliert ständig hindurch. Die Brühgruppe hat damit exakt die Temperatur des Kesselwassers, Temperaturverluste dazwischen entfallen praktisch. Ist der Kessel geheizt, ist auch die Brühgruppe heiß. Diese Bauart stammt aus der Gastronomie und findet sich vor allem in sehr hochwertigen Maschinen.
Einen anderen Weg zum gleichen Ziel geht Quick Mill mit Instant Stability. Hier bleibt es beim Zweikreiser mit Wärmetauscher, aber Kessel und Brühgruppe sind so aufeinander abgestimmt, dass die Maschine nach rund 12 Minuten einsatzbereit ist – und die Temperatur auch beim zweiten und dritten Bezug hintereinander hält. Zu finden ist das in der Quick Mill Rubino Plus und der Quick Mill Aquila Plus.
Vorteile thermisch stabiler Brühgruppen
✔ Hohe Temperaturstabilität – konstanter Geschmack und gleichmäßige Extraktion
✔ Geringere Aufheizzeit – schneller betriebsbereit als massive E61-Gruppen
✔ Gleichbleibend über mehrere Bezüge – auch die dritte Tasse schmeckt wie die erste
✔ Ideal für höhere Durchsatzraten
Technologie 3 – Fast Heat Up bei ECM und Profitec
Das Fast Heat Up-System von ECM und Profitec sorgt dafür, dass klassische Espressomaschinen in kürzerer Zeit betriebsbereit sind. Dieses Feature findet sich besonders bei den neuesten Modellen mit PID-Steuerung und Dualboilersystemen sowie bei den Einkreisern.
Funktionsweise des Fast Heat Up
Das System ist eine optimierte Heizstrategie, bei der die Maschine durch gezieltes „Überhitzen“ beim Start schneller auf Betriebstemperatur kommt. Bei herkömmlichen E61-Maschinen kann die Aufheizzeit 30–45 Minuten betragen. Mit Fast Heat Up reduziert sich diese Zeit auf 10–15 Minuten.
Bei den aktuellen Dualboilern und Einkreisern von ECM und Profitec wird der Espressokessel beim Start bewusst überhitzt. Je nach Modell wird nach 6–7 Minuten auf dem Display „Flush“ angezeigt. Man startet dann mit dem leeren eingespannten Siebträger für ca. 10 Sekunden einen Espressobezug. Mit dem überhitzten Wasser werden in diesen 10 Sekunden die Brühgruppe, der Siebträger und gerne auch die leeren Tassen gewärmt. Gleichzeitig holt die Pumpe kaltes Wasser aus dem Tank in den Boiler, sodass kurz nach dem Flush im Boiler eine optimale Temperatur und in der Brühgruppe die notwendige Wärme herrscht.
Bei der Profitec RIDE – der Nachfolgerin von Pro 500 und Pro 600 – kommt hinzu, dass Espresso- und Dampfkessel nicht nacheinander, sondern parallel geheizt werden. Dadurch wird noch einmal Zeit bei der Inbetriebnahme gespart. Dieselbe Technik steckt in der Profitec DRIVE sowie in den Einkreisern ECM Classika PID und ECM Puristika.
Vorteile des Fast-Heat-Up-Systems
✔ Deutlich reduzierte Aufheizzeit (ca. 10–15 statt 30–45 Minuten)
✔ Energieeffizienter Betrieb durch PID-gesteuerte Wärmezufuhr
✔ Konstante Brühtemperatur durch gezielte Vorwärmung der Brühgruppe
✔ Schneller betriebsbereit – ideal für den Heimgebrauch
Technologie 4 – Die aktiv beheizte Brühgruppe bei ECM
Mit der ECM Synchronika II ist eine weitere Technologie auf dem Markt angekommen, die die Trägheit der klassischen E61-Brühgruppe in den Griff bekommt: Hier sind in der Brühgruppe von außen nicht sichtbare Heizpatronen verbaut, die die Brühgruppe beim Start aktiv beheizen. Auf diese Weise ist ein Espressobezug schon nach etwa 7 Minuten möglich. Der Dampfkessel wird danach geheizt.
Dieselbe Idee steckt in der ECM Mechanika MAX II und der ECM Estetika – beide bringen die beheizte Brühgruppe in kompakteren Gehäusen unter.
Technologie 5 – Digital gesteuerte Maschinen von Wendougee
Neu hinzugekommen sind die Maschinen von Wendougee, die den gesamten Bezug digital steuern und dabei zügig startklar sind. Die DATA-S zeigt dir jeden Parameter und lässt ihn nachstellen; die LITA bringt dasselbe Prinzip kompakter unter.
Welche Maschine passt zu dir?
Welche Technologie am besten zu dir passt, hängt davon ab, wie viel du auf einmal zubereitest und wie lange du morgens warten willst. Einen Überblick über alle Modelle findest du bei unseren Siebträgermaschinen. Ausführlicher gehen wir dem Thema in Teil 2 unserer Serie zur besten Siebträgermaschine nach.
Am schnellsten kommst du zum Ziel, wenn du die Maschinen einmal selbst bedienst – in unserem Showroom in Siegburg bei Köln stehen sie betriebsbereit.


